Fliegen wir nicht alle noch um die Lampe? Während der eine in weiterer Entfernung kreist, befindet sich ein anderer bereits näher am Licht. Doch solange wir uns auf das „Spiel“ der Dualität einlassen, ziehen wir alle unsere Kreise. Schließlich leben wir in einer Welt, die aus Gegensätzen und Gegenpolen besteht – zumindest hier auf unserer Erde. Zudem kommen jeden Tag unzählige Angebote für weitere interessante und aufregende Flugbahnen hinzu. Sie ziehen uns magisch an und geben uns den Weg vor.
Obwohl wir uns womöglich bereits als bewusst, wach, informiert oder klar wähnen, lassen wir uns immer wieder auf neue Routen ein, die uns präsentiert werden. Eines haben alle diese Angebote gemeinsam: sie halten uns beschäftigt und geben uns den Rahmen vor, in dem wir uns gedanklich und emotional bewegen sollten. Womöglich erzeugen sie sogar negative Emotionen oder Ängste. Diese hindern uns daran, bewusste, klare Entscheidungen treffen zu können und selbstbestimmt handeln zu können.
Die Frage ist, wie wir aus diesem „Spiel um die Flugbahn“ aussteigen können?
Zunächst einmal können wir die Route wechseln, indem wir das Ziel verändern. Denn ist es wirklich das Licht im Außen, das wir suchen und das uns wie magisch anzieht? Oder liegt unser Ziel womöglich ganz woanders? Das ist meines Erachtens eine der wichtigsten Fragen, die sich jeder stellen darf. Letztlich geht es immer um das individuelle Erkennen.
Ferner haben wir die Freiheit, die eigene Flugbahn selbst zu wählen. Das braucht seine Zeit und setzt Erkenntnis, Mut und Vertrauen in die eigene Urteilskraft voraus. Doch sobald wir uns nicht mehr fest fliegen und über den uns bekannten Radius hinausgehen, beginnen wir zu wachsen. Das geschieht oftmals fernab von ausgetretenen Pfaden oder vorgegebenen Bahnen. Letzten Endes dürfen wir eines erkennen: Wir selbst sind der Lenker unserer Aufmerksamkeit und dürfen eigenverantwortlich entscheiden, wohin unsere Reise geht.
Wir haben alle unterschiedlichen Interessen und individuelle Lebenswege. Doch eines haben wir gemeinsam – die Freiheit zu entscheiden, wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken und worauf wir unseren Fokus im Leben ausrichten wollen. Demnach dürfen das auch überwiegend die Dinge sein, die unser eigenes Leben betreffen, die es bereichern und die uns täglich Kraft, Zuversicht und Freude schenken.
Wie kann das geschehen?
Indem wir uns auf unseren eigenen Wertekompass besinnen und wieder lernen, diesem zu vertrauen. Letzten Endes geht es darum, ehrlich und wahrhaftig mit sich selbst zu sein und zu lernen, die innere Stimme wieder wahrzunehmen und auf sein Herz zu hören. Überhaupt erst einmal zu begreifen, dass es diese innere Stimme gibt, die unseren Weg kennt.
Und das, was aus dem Innersten kommt, das darf jeder für sich ganz alleine herausfinden.